Me, myself & I

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Meine Gedanken zur Selbständigkeit:

 

Kürzlich habe ich auf Instagram ganz knapp das Thema Selbständigekit angerissen. Ich hatte ein Bild von meinem Kaffee und meinem Marmeladenbrot gezeigt. Und meine kurze Pause erwähnt. In der ich nebenbei Kartoffeln für das Mittagessen der Kinder abgekocht habe. Um danach wieder weiter zu arbeiten. Auf die Minute genau bis die Schule aus ist und sie nach Hause kommen. Mein Alltag: schön, aber auch oft schön anstrengend, dafür sehr flexibel. Anders könnten wir momentan unsere Berufe nicht wuppen.

 

Auf Instagram schrieb Annika (@annikaoninsta) unter den Post: „Eine Freundin sagte letztens – nach dem 98. Infekt einer ihrer Töchter: Kleine Kinder und arbeiten – irgendwie passt das nicht zusammen …“. Eine andere Frau (@les_petits_et_maman) schrieb: „Das stimmt! Perfekt gibt es glaube ich nicht, nur individuell lebbare Kompromisse!“

 

Individuell lebbare Kompromisse, dieser Ausdruck bringt es so ziemlich genau auf den Punkt.frau-krauss-arbeiten-digitaler-nomade-selbstaendigIch bin so flexibel, dass ich vormittags einen Arzttermin oder ein Elterngespräch in der Schule wahrnehmen kann, donnerstags besuche ich häufig einen Yogakurs. Auch in einem Cafe kann ich arbeiten wenn ich einen Blog-Post schreiben möchte. Ich kann freitags leider nicht immer mit dem guten Gefühl alles erledigt zu haben ins Wochenende starten. Immer wieder sitze ich samstags oder sonntags am Schreibtisch, drucke noch Bestellungen aus, mache Buchhaltung, putze das Arbeitszimmer, wechsle Druckerpatronen aus, denke darüber nach was ich verbessern kann. Oder ich beantworte Kundenanfragen, weil meine Kunden vor allem abends und am Wochenende Zeit haben online zu shoppen. Das gehört auch alles zur Selbständigkeit. Man ist nicht nur auf schönen Messen und netten Netzwerktreffen unterwegs, öffnet Pakete voll wunderschöner Ware und verpackt tolle Bestellungen in zartes Seidenpapier. Man ist auch Hausmeister, Postbote, Putzfrau, IT-Experte, Call-Center, Texterin, Stylistin für Requisiten und Outfits, Fotografin und macht Bildbearbeitung.herr-und-frau-krauss-onlineshop-blog-unternehmerinAm 10. März war ich samstags, wie schon im letzten Jahr, auf der Konferenz „Projektin“ in Nürnberg, der Best-Practice-Konferenz für und von Unternehmerinnen. Es hat sich gut angefühlt weil alle eines gemeinsam hatten: selbst und ständig. Das heißt wir sind alle alleine verantwortlich und das ständig, rund um die Uhr, 24/7 wie man auch so schön sagt.

 

Man verstand sich ein Stück weit blind, muss bestimmte Fragen gar nicht mehr stellen. Jeder kennt die Verantwortung für sich selber, vielleicht für ein Team, für die Qualität der Arbeit, den Anspruch an sich selber, den Druck. Dieser Druck jeden Tag zu performen, sich jeden Tag aufs neue zu motivieren, jeden Tag etwas besser zu sein und sich und sein Business zu optimieren. Jeder kennt es keine geregelte Arbeits- und Freizeit zu haben, keinen fixen Feierabend und kein Wochenende. Jeder weiter Tag Urlaub bedeutet einen Tag mehr ohne Einkommen.

 

Ich beobachte momentan bei vielen Frauen, dass sie zweifeln. Die, die einen festen Job haben, wünschen sich eine spannende Selbständigkeit. Und die, die selbständig sind, straucheln, kämpfen, hinterfragen und geben vielleicht zu schnell wieder auf. Ich glaube inzwischen den perfekten Job für Frauen mit Familie gibt es (fast) nicht, auf irgendwas muss man immer verzichten. Ein geregeltes Einkommen, soziale Kontakte, Selbstbestimmung, Flexibilität oder Zeit mit den Kindern.frau-krauss-unternehmerin-sellbstaendig-blog-onlineshopIch vermisse an meiner Selbständigkeit vor allem die persönlichen Kontakte von Angesicht zu Angesicht. Die können mir Emails und Chats auf Instagram nicht in gleichem Maße ersetzen. Ich vermisse die Arbeit im Team, das unbeschreibliche Gefühl gemeinsam hart zu arbeiten und zusammen ein Ziel zu erreichen. Mir fehlt der Austausch beim Mittagessen und private Gespräche in der Kaffeeküche. Vielleicht brauche ich Menschen um mich herum mehr als manch anderer, darum strengt mich die Einsamkeit auch mehr an als manch anderen. Was da ein wenig hilft: gute Musik während der Arbeit und die auch mal so richtig laut aufdrehen! Und manchmal wünsche ich mir jemanden, der mich an die Hand nimmt und mit sich zieht, wenn meine Kraft schwindet.

 

Gleichzeitig machen mich meine Kunden und Partner im Onlineshop und auf dem Blog unglaublich glücklich. Denn das positive Feedback gehört mir ganz alleine und ich habe es mir alleine erarbeitet. Emails, Postkarten und manchmal sogar kleine Überraschungspakete voller blumiger Worte, sprichwörtlicher Sterne und Herzen voller Dankbarkeit sind Motivation pur. Da kommt so viel Energie und Liebe zu mir, das ist vielleicht die symbolische Hand, die mich mit sich zieht.

 

Mich macht es traurig wenn andere Menschen mir Vorwürfe machen weil ich seit meiner Selbständigkeit nicht mehr genug Zeit für sie hätte. Gleichzeitig macht es mich sehr glücklich wenn ich durch meine Selbständigkeit Menschen kennern lernen darf, die mich einfach fragen ob sie helfen können oder mir etwas Gutes tun können wenn ich stressige Phasen habe. Oder mir ein offenes Ohr schenken wenn ich hadere und mal strauchle. kaffeepause-frau-kraussAtmen, bei mir bleiben, nicht so viel nach rechts und links schauen, den eigenen Druck nicht zu groß werden zu lassen. Diesen Rat an mich selber versuche ich täglich zu befolgen. Das klappt an einigen Tagen besser als an anderen. Die Konkurrenz, gerade im Online-Business, ist hart und die schnellen Social Media Kanäle tragen ihr übriges dazu bei. Ständig zu sehen was die Konkurrenz macht und selber nicht sofort zu reagieren (oder in Panik zu verfallen) ist nicht leicht.  Neue Marken im Sortiment, Rabatt-Aktionen, versandkostenfreie Lieferungen, schickes Verpackungsmaterial, täglich Instagram-Stories in denen die aktuellen Produkte und Kollektionen präsentiert werden, …

 

Die immer neuen Marketing-Möglichkeiten sind so vielfältig, manchmal würde ich gerne mit geschlossenen Augen durch den Alltag gehen. Um fokusiert zu bleiben, sich nicht in den Tiefen des Marketing-Mix zu verzetteln. Denn da ist keiner, der mir sagt was richtig und was falsch ist, was jetzt gerade besser wäre und worauf man keine Energie verschwenden sollte. Ich entscheide alles alleine und trage die Verantwortung. atmen-atmen-atmen-frau-krauss-selbstaendigkeitManchmal vermisse ich meinen Job den ich hatte bevor meine Kinder auf die Welt gekommen sind: Produkt- und Lizenzmanagerin bei einer großen Mode-Marke. Die Aufgaben waren spannend und extrem vielfältig, die Kollegen waren großartig, die Firma war damals ihrer Zeit weit voraus, erfolgreich und ein toller Arbeitgeber. Rückblickend kann ich sagen, ich hatte meinen Traumjob. Wie so oft im Leben weiß man das leider erst sehr viel später so richtig zu schätzen. Aber wenn ich wählen müsste zwischen meinen Kindern und dem Traumjob, dann würde ich mich immer wieder genau so entscheiden: für meine Kinder. Denn sie haben unserem Leben einen Sinn gegeben, den kein beruflicher Erfolg geben könnte.

 

Ich bin stolz meinen Kindern zu zeigen, dass mein Mann und ich beide arbeiten. So bin ich selber aufgewachsen und finde das gut. Ich denke oft darüber nach welchen Rat ich meinen Töchtern mit auf ihren späteren Weg geben würde wenn es an die Berufswahl geht. Ich selber habe BWL studiert. Ein gutes, solides, abwechslungsreiches Studium mit dem man viele verschiedene Berufswege einschlagen kann. Leider sind die Berufsbilder (fast) ausschließlich Vollzeitberufe. Teilzeitstellen gibt es kaum und wenn wird man degradiert und zum letzten Glied in der Kette. Die bisherige Berufserfahrung spielt meist keine Rolle. Dafür wird erwartet die doppelte Arbeit in halber Zeit zu schaffen, mit Laptop und Smartphone wird Frau das schon wuppen, zur Not wenn die Kinder schlafen. Und allzeit flexibel sollte Frau in Teilzeit auch sein, was spricht schon gegen Meetings am Nachmittag? Gerne auch 500 km entfernt beim Kunden? Oder im benachbarten Ausland? Fliegen darf Frau aber nicht, zu teuer, nur mit dem Auto fahren. Ich habe das erlebt, als ich nach der Geburt meiner beiden Töchter in Teilzeit bei einer neuen Firma angefangen habe, weil wir in meiner Elternzeit umgezogen sind.

 

Ich würde meinen Töchtern empfehlen sich einen Beruf zu suchen, der besser mit der Familie zu vereinbaren ist, vielleicht vor dem Studium noch eine Ausbildung zu machen. Meine Mutter hatte mir den Rat mit dem familienfreundlichen Beruf auch mit auf den Weg gegeben, sie ist Lehrerin. Ich habe ihren Rat nicht befolgt weil mir schon früh klar war, dass ich mich wahrscheinlich nicht zum Lehrer eigne, ich habe nicht genug Geduld anderen etwas beizubringen. Darum bin ich heute selbständig mit meinem „Herr und Frau Krauss“ Onlineshop & Blog!
herr-und-frau-krauss-selbstaendigSolltest du gerade selber darüber nachdenken einen Onlineshop zu eröffnen, biete ich dir Geren Unterstützung an. „First Steps zum Onlineshop“ sind eine Guideline aus meinen persönlichen Erfahrungen: Woran muss man denken wenn man einen Onlineshop plant, wie sieht ein Tagesablauf im Onlineshop-Business aus, wo bekommt man gutes Verpackungs- und Versandmaterial, etc. Wenn ich dein Interesse geweckt habe, dann schreibe mich eine Mail: ann-cathrin@herrundfraukrauss.com und ich schicke dir sehr gerne ein Angebot zu.

 

Ob ein Job nur ein Beruf oder eine Berufung ist, ob du lieber angestellt oder selbständig bist, ob  dein Traumjob für immer dein „Traum“ sein wird oder sich zum Albtraum entwickelt, das kann dir niemand sagen. Nur du selber kannst dir die Antworten geben. Probiere aus, was dich glücklich macht und was zu deiner Lebenssituation passt. Lebenssituationen ändern sich heute viel schneller als früher, darum bleibe flexibel und überprüfe alle paar Jahre ob deine Situation noch für dich und deine Familie, euer Leben passt. Und ganz wichtig: etwas zu verändern bedeutet nicht zu scheitern, sondern mehr Erfahrungen, die dich noch wertvoller im weiteren (Berufs-)Leben machen.

 

♥-liche Grüße, Frau Krauss

 

 


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