Mit der Hand über den Kopf bis zum Ohr

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Am vergangenen Dienstag hatte das kleine Fräulein Krauss Schnupperunterricht in ihrer zukünftigen Klasse in der Schule. Sie wird wie ihre große Schwester in eine Schule mit jahrgangsgemischten Klassen gehen. Darum dürfen die neuen Erstklässler schon einmal Schulluft schnuppern, sich im Klassenzimmer umschauen, ihren Paten und die Mitschüler kennen lernen. Und ganz wichtig für das Fräulein Krauß: das erste Pausenbrot aus der neuen Brotzeitdose essen.

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Vor dem Schultag war sie aufgeregt, nach dem Schultag wollte sie am liebsten dort bleiben. Und ich habe mir gedacht, was wäre das schön, wenn sie morgen einfach wieder kommen könnte. So ganz unaufgeregt, ganz gemütlich und entspannt für alle. Kein Kindergarten-Countdown: Abschiedsgeschenke vorbereiten, Abschlussgottesdienst im Kindergarten, Abschiedsfest mit der ganzen Familie im Kindergarten und dafür noch Auftritte proben, Texte auswendig lernen, Kostüme zusammen suchen. Und dann im September die große Willkommensfeier in der Schule, die Großeltern reisen extra an, noch einmal Tschüss sagen und Schultüte zeigen im Kindergarten, Geschenke bekommen. Und erst am nächsten Morgen startet der neue Schulalltag so richtig. “Halt Frau Krauss, das sind alles ganz wichtige Rituale im Leben unserer Kinder, die die einzelnen Lebensabschnitte so richtig würdigen” wollen mir einige jetzt vielleicht gerne zurufen. Ich weiß das, aber manchmal ist es mir auch einfach zu viel. So wie jetzt gerade. Ich bin aber auch heftig urlaubsreif. Wie so oft im Juli. Da mag ich es lieber etwas kleiner, etwas entspannter. Nicht so den großen Auftritt mit den vielen Vorbereitungen. Lieber das Jetzt und Hier genießen. Einen Blumenstrauß auf dem Feld pflücken oder ein selbst gemaltes Bild als Abschiedsgeschenk. Und sich einfach nur ganz gemütlich mit Kuchen und Limo zum Spielen im Kindergarten treffen statt Buffet und Aufführung. Aber ich freue mich trotzdem.

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Damals, in den 80ern, als ich in die Schule gekommen bin, da war das irgendwie noch anders. Schaffte man es mit der Hand über den Kopf hinweg zum Ohr zu fassen war man schulreif. Das stand zumindest in meinem Lieblingsbuch “Ich gehe in die 1. Klasse – ein Buch zum Schulanfang”. Die Wahl der Schulranzen war nicht sehr groß. Scout bot die riesige Farbpalette von rot, blau, gelb, grün und schwarz an. Einfarbig versteht sich. Nur die Henkel auf der Klappe oben waren gelb, an denen konnte man wiegen wie schwer der Ranzen war. Mein Ranzen war rot. Und dann gab es noch die Ranzen von McNeal, mit diesem kleinen Hund auf der Tasche für die Brotzeit. So einen Ranzen hatte Herr Krauss. Die Schultüten hat man selber gebastelt, ich habe mit meiner Mama zusammen im Kindergarten gebastelt. An diesen Nachmittag kann ich mich noch so gut erinnern. Damals waren Schultüten aus Tonpapier und Krepppapier. Da hat sich keiner Gedanken gemacht was für eine Sauerei das wird wenn es am Tag der Einschulung regnet. Es regnete einfach nicht. Und es gab noch kein Foto-Shooting vier Monate vor dem ersten Schultag mit Ranzen und fertiger Schultüte im Arm, wie heute im Kindergarten. Wo bleibt denn da der Zauber des ersten Schultages? Wir haben nicht mit gemacht, eine andere Familie auch nicht. Bei denen muss die Zuckertüte, also die Schultüte,  nämlich erst noch auf dem Zuckertütenbaum wachsen. Und zum Schulbeginn ist sie fertig. Eine schöne Geschichte, die merke ich mir für unsere kleine Nichte. Und bei unseren Freunden aus Hamburg gibt es den Schulranzen überhaupt erst am ersten Schultag in die Hände des Kindes, vorher nicht.

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Ich habe mit meinen Kindern zusammen überlegt wie ihre Schultüten aussehen sollen. So wie ich es damals mit meiner Mama gemacht habe. Meine war rot mit grünem Krepppapier und goldenen Scherenschnitten darauf. Also goldenen Vorschulkinder-Scherenschnitten, nicht Scherenschnitten made by Mama. “Gefällt euch meine Schultüte?” habe ich meine Kinder gefragt. “Also Mama, nicht traurig sein, aber wir finden sie nicht soooooooo schön.” Somit war das Thema zusammen basteln schnell erledigt. Irgendwie haben die Kinder den Perfektionismus unserer heutigen Zeit schon verinnerlicht. Denn klare Vorstellungen wie ihre Schultüten aussehen sollten, hatten sie beide. Beim großen Fräulein Krauss sollte die Schultüte aussehen wie ihr Ranzen: lila mit Einhorn und Sternen. Stundenlang habe ich im Internet recherchiert, überlegt ob ich sie aus Tonpapier mit Scherenschnitt (!) oder doch lieber aus Stoff selber machen sollte. Hatte ich schon erwähnt, daß ich nicht nähen kann? Meine Mama hat mich dann erlöst und gesagt ich soll die Schultüte, die perfekt, die zum Ranzen passt und die ich bei Dawanda im Shop von “Home-sweet-love” entdeckt hatte, doch gleich bestellen anstatt mich zu quälen. Auch wenn sie teurer ist als eine Eigenkreation. Denn wenn es nachher nichts wird, dann hat man Materialien gekauft, viel Zeit investiert und das Kind ist nicht happy. Am ersten Schultag! Ein Albtraum!

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Bei meinem kleinen Fräulein Krauss war ich in diesem Jahr tiefenentspannt. Sie hatte den Wunsch, daß man aus ihrer Schultüte nach dem ersten Schultag ein Kissen machen kann. Das hatte sie bei einer Freundin gesehen. Sozusagen ein “Zusatznutzen”, wenn ich an meine Marketing-Vorlesung im Grundstudium denke. Soweit hat in den 80ern bei Schultüten noch keiner gedacht. Obwohl bestimmt nicht weniger genäht wurde als heute und die Kinder auch gerne ihre liebsten Spielzeuge mit ins Bett genommen haben.

Wir haben uns in diesem Jahr gleich wieder bei Dawanda nach Schultüten umgeschaut und das Fräulein Krauss ist sehr schnell fündig geworden. Eine Schultüte von “Crêpes Suzette” sollte es sein, was für ein schöner Name. Der klingt nach Sommerferien, Urlaub und süßen Pfannkuchen. Ein Reh und ihren Namen als Motiv hat sie sich gewünscht. Das Kissen haben wir auch gleich dazu bestellt. Man nimmt den Papprohling raus und steckt das Kissen rein. Fertig ist die Kuscheltüte! Und damit die große Schwester auch abends eine Kuscheltüte im Bett hat, habe ich eine Geschwistertüte mit bestellt. Ich sage nur “tiefenentspannt”!

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Jetzt freuen sich die Kinder auf sechs lange Wochen Sommerferien. Und wir auch. Die Schultüten  liegen versteckt im Keller und dürfen am 14. September zum ersten Mal in den Arm genommen werden. Vorfreude ist doch eine wunderschöne Freude. Und über dem ersten Schultag liegt ein großer Zauber!

 

Wie ist es bei euch, bastelt oder näht ihr selber, lasst ihr basteln oder kauft ihr eine? Vielleicht habt ihr ja noch ein paar Tipps für uns!

 

♥-liche Grüße, Frau Krauss

 

(*Dieser Blog-Post ist in Kooperation mit Dawanda entstanden. Die Produkte habe ich selber gekauft und bezahlt, die Idee und Fotos sind von mir, der Text ist von Herzen geschrieben.)


2 thoughts on “Mit der Hand über den Kopf bis zum Ohr

  1. Mehler

    Hallo
    Ganz arg niedlich und sehr herzlich geschrieben! Wünschen Euch tolle Ferien und einen tollen Start in der Schule! Andrea und Jörg mit Antonia

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    1. herrundfraukrauss Post author

      Liebe Familie Mehler,

      vielen lieben Dank für das Kompliment! Ich wünsche euch ebenfalls tolle und erholsame Ferien!

      Einen schönen Sommer und herzliche Grüße, Ann-Cathrin

      Reply

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