Alles etwas seltsam // Das Leben

herrundfraukrauss-blog-blogger-onlineshop-smwartphoneHallo Leben, was ist da gerade los? Dieser Tag gestern, dieser Mittwoch der 27. Juni 2018, war schon vom ersten Moment an komisch. Es lagen seltsame Energien in der Luft, ganz viele “bad vibrations”. Als ich mich morgens zum Arbeiten an meinen Schreibtisch gesetzt habe und meine Emails geöffnet haben, erreichte mich eine kleine Flut an Mails, dass man in meinem Onlineshop gerade nicht bestellen kann. Ich habe es selber nicht gemerkt. Bin aber dankbar für all die Menschen, die mir trotzdem eine Email geschrieben haben und bestellen möchten, anstatt einfach wieder meine Seite im Internet zu schließen und zu verschwinden. Danke für eure Mithilfe! Miteinander ist so wichtig, vor allem in so unruhigen Zeiten wie diesen.

 

Zwei Stunden später bin ich in der Henkelschlaufe meiner Tasche mit den versandfertigen Paketen hängen geblieben und gerade aus über den Flur geflogen. Kopf und Hände kamen im Badezimmer zum Liegen, Bauch und Beine lagen noch im Flur. Wie gut, dass ich beim Yoga so häufig im “herabschauenden Hund” stehen darf, so konnte ich mich besser abfangen. In dem Moment dachte ich, dass ich an diesem Mittwoch einfach dankbar dafür sein müsste, dass ich mich heute nicht verletzt habe. Mit dieser Energie bin ich durch den Mittwoch gewandelt, habe mich hier angehauen, dort ist mir was runter gefallen. Ich habe nachmittags entschieden nicht mehr Auto zu fahren wenn es nicht unbedingt sein muss. Aber ich war nicht die Einzige, bei der der Tag so gar nicht rund lief. Gekrönt wurde dieser Tag aber vom Ausscheiden unserer Nationalmannschaft bei der WM. Die Kinder war am Boden zerstört und hatten Tränen in den Augen. Wir Erwachsenen haben etwas ratlos mit den Schultern gezuckt. Denn eigentlich war allen klar, dass das Aus mehr als gerecht ist, wir hatten es nicht verdient weiter zu kommen. Sorry Jungs!herrundfraukrauss-blog-blogger-onlineshop-instagram-smartphoneDabei hätte ein neues Sommermärchen in diesen unruhigen Tagen Deutschland so gut getan. Es hätte endlich mal wieder ein kollektives Wir-Gefühl geschaffen. Stattdessen überall nur Egomanen, Wichtigtuer und das Bloßstellen von Mitmenschen. Überall herrscht Durcheinander und Ungewissheit. Auf dem Fußballplatz, in der Politik und jetzt auch bei Bloggern und Instagramern. Die neue Datenschutzverordnung war schon ein größeres Ding. Irgendwie gut weil man als Privatperson besser geschützt ist, aber es geht auch der Spaß verloren. Unsere Hockeytrainer dürfen keine WhatsApp-Gruppen mehr anlegen um über Trainingsausfälle und Punktspiele zu informieren, sie würden sich damit rechtlich angreifbar machen und der Verein will sie davor schützen, verständlich. Selbst beim Friseur und Zahnarzt bekommt man jetzt Klemmbretter mit dicht beschriebenen Din A4 Blättern vorgelegt, die man durcharbeiten und unterschreiben muss. Auf dem Blog zeige ich nicht mehr meine neun aktuellsten Instagrambilder. Und es gibt auch keinen Facebook-Button mehr auf dem man sieht wie viele Follower “Herr und Frau Krauss” hat und der neue Follower einlädt zu abonnieren. Diese Features haben meine Seite lebendiger und bunter gemacht, interessanter für meine Leser, wie ich fand. Aber um rechtlich nicht angreifbar zu sein haben wir uns für den sicheren Weg entschieden ohne eine Abmahnung zu riskieren. Alles wird statischer zugunsten unserer Datensicherheit. Oder wie mein technischer Support es nennt: wir gehen im Internet zurück ins Jahr 1985.

 

Seit einer Woche sind auch auf Instagram alle maximal verunsichert. Es gab ein Gerichtsurteil des Berliner Landesgerichts zur “Kennzeichnungspflicht als Werbung” für Influencer. Der Kläger war übrigens ein gemeinnütziger Verein, der Verband Sozialer Wettbewerb. Sozial finde ich die Klage auf keinen Fall. Und einen Mehrwert für die Allgemeinheit haben sie auch nicht geschaffen. Ab wann ist man ein Influencer? Das ist nirgendwo geregelt. Eigentlich ist jeder angesprochen, der einen öffentlichen Blog, Instagram-, Facebook- oder Pinterest-Account hat. Fast jede Verlinkung, und wenn sie noch so unbezahlt und aus eigener Inspiration entstanden ist, könnte jetzt abgemahnt werden, wenn dem, der da verlinkt wurde, ein wirtschaftlicher Vorteil entsteht. Beispiel: ich gehe mit einer Freundin Kaffee trinken, mir gefällt das Café und ich verlinke es in einem Bild, das ich auf Instagram oder auf dem Blog teile. Ich könnte dem Café zu mehr Kundschaft und damit zu einem wirtschaftlichen Erfolg verhelfen. Um dafür keine Abmahnung zu bekommen, muss man jetzt jeden Post mit “Werbung unbezahlt” versehen. Gleich ganz oben, damit der unbedarfte Follower oder Leser nicht im Unklaren gelassen wird.  Was in den letzten Tagen tausende Instagramer und Blogger wie verrückt machen. Rückwirkend, für die letzten Jahre! Ich habe in einem Anfall von Panik auch damit angefangen, bis mein Onlineshop technische Probleme hatte. Vielleicht hat er sich auch gedacht “Jetzt reicht es aber auch mal, ich streike!”. Recht hat er, denn der Spaß und die Leichtigkeit, die man vor ein paar Jahren noch mit den Sozialen Netzwerken und Blogs hatte, geht gerade maximal verloren.

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Dabei will man mit Verlinkungen den Follower und Lesern einen Mehrwert bieten, wie eine Zeitschrift oder ein Reiseführer. Oder eine Empfehlung unter Freunden. Darf ich euch noch Bücher, Filme, Serien und Musik empfehlen ohne dass als “Werbung unbezahlt” zu kennzeichnen? Ich bin mir da nicht so sicher und kennzeichne darum ab jetzt alles. Nur um ganz sicher zu gehen. Und bei Facebook und Instagram überlege ich meine alten Beiträge zu löschen. Denn es dauert 1.447 Bilder auf Instagram nach möglichen Verlinkungen durch zu forsten. Das ist Zeit, die ich momentan nicht habe. Darum macht sich immer wieder etwas Panik breit. Alles ist etwas seltsam und unklar. Genau wie das Ausscheiden der Fußballnationalmannschaft. Oder das Fortbestehen unserer Bundesregierung. Oder die aktuelle Lage in der Welt. Wir müssen jetzt wieder so gut es geht in jeder Lebenslage zusammen halten, mehr “wir, weniger “ich”. Wenn alle mitmachen, wird es hoffentlich besser. Hallo Leben, bist du dabei?

 

 

♥-liche Grüße, Frau Krauss


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