Ein Blick // in meinen Alltag, April 2022

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Ich schreibe wieder, auch wenn es mir schwer fällt, vieles in diesen Tagen und Wochen so banal, so belanglos erscheint. Im Februar wollte ich gerade meine “5 Dinge, die mir Freude machen” auf dem Blog veröffentlichen, als der Krieg in der Ukraine ausgebrochen ist. Da war plötzlich kein Platz mehr für Dinge, die uns Freude machen. Unter die Eindrücke der Corona-Pandemie hatten sich plötzlich Schock, Machtlosigkeit, Fassungslosigkeit, Sorge und auch Angst gemischt. Wir packten unsere Taschen für ein paar Tage Skiurlaub im Schnee mit verhaltener Freude und dem Gefühl etwas Verbotenes zu tun. Etwas, das gerade nicht angebracht ist. Und doch haben wir es getan. Wir waren ein paar Tage in einer kleinen Blase, die uns Kraft gegeben hat. Nur die Familie, der Schnee, die Sonne, Skifahren, essen, schlafen und am nächsten Tag wieder von vorne. Wir waren an einem Ort in der Schweiz, mit dem wir viele schöne Erinnerungen und gemeinsame Zeit mit Freunden und unseren Töchtern verbinden. Wir waren an unserem Happy Place, dieses Mal mit großer Last auf den Schultern. Vor zwei Jahren, im Februar 2020, kam im Radio beim Überqueren der Grenze, dass die Schweiz ab sofort alle Veranstaltungen mit über 1000 Teilnehmern untersagt. Was danach kam wissen wir heute. In diesem Jahr kommen Informationen zum Krieg in Europa im Radio. Und wie wird die Welt in weiteren zwei Jahren sein?

Nachdem ich einige Wochen im Schleudergang der Gefühle ohne Navigationssystem verbracht habe und mir viele sinnlos erschien, habe ich mich jetzt wieder gefangen. Habe Vertrauen und Zuversicht zurück gewonnen, der Schrecken über das, was in der Ukraine passiert, bleibt. Nach einer Pandemie erleben unsere Kinder was es heißt wenn Krieg ist. Und sie wollen anpacken. Wie auch schon vor der Pandemie, als sich alles “nur” um den Klimaschutz gedreht hat. Nach Fridays for Future Bewegungen, Corona-Home-Schooling und wochenlangen Kontaktbeschränkungen tragen sie nun Lebensmittelspenden für Flüchtlinge zur Schule, dort sammelt die SMV für den Weitertransport. Sie heißen Kinder willkommen, die ab sofort mit ihnen in die Schule gehen und gleichzeitig um ihre Väter im Krieg bangen. Sie richten ihren alten Schulranzen für ein Mädchen in der Nachbarschaft her, die nach der Flucht aus der Ukraine neben uns lebt. Wir helfen und funktionieren. Und wir wagen uns in kleinen Schritten wieder hinaus ins Leben mit Ereignissen, auf die wir uns freuen wollen. Nebenbei versorgen wir liebe Menschen um uns herum in der Corona-Isolation mit Essen und Fürsorge. Nie war das Virus näher bei uns als jetzt.

Herr Krauss und ich haben am Mittwochabend nur gelacht. Den Abend zum Lachen mit dem Comedian Michl Mittermeier im Konzerthaus Karlsruhe hatte ich meinen Mann zu Weihnachten geschenkt. Als wir dachten, bis dahin sind die hoffentlich gesunkenen Coronazahlen unser einziges “Problem”. Der erste Abend zu zweit bei einer Veranstaltung mit vielen Menschen seit Ewigkeiten (über 2 Jahren). Und es war so toll. Ich kann mich nicht erinnern wann ich mich das letzte Mal so unbeschwert und leicht gefühlt habe. Und das funktioniert auch mit FFP2 Maske. Und wir müssen uns die Leichtigkeit und Freude wieder erlauben, damit wir Kraft sammeln und Stark sein können für unsere Kinder, uns selber, unsere Familien und das Leben. Mein Osteopath hatte mich mal während einer Behandlung gefragt wer die wichtigsten Menschen in meinem Leben seien. Ich fing an aufzuzählen, er schrieb sie alle auf ein Visionboard. Dann sagte er, den wichtigsten Menschen in meinem Leben hätte ich vergessen: das sei ich selber. Denn nur wenn ich mich wichtig nehme und es mir gut geht, kann ich allen anderen auch etwas geben. Und damit hatte er sehr, sehr recht.

In dieser Woche habe ich eine Frau und ihre 10jährige Tochter kennengelernt, die vor ein paar Tagen bei uns in der Straße in eine Wohnung eingezogen sind. Die beiden waren 5 Tage auf der Flucht von der Ukraine bis nach Karlsruhe. Eine benachbarte Familie hat die Wohnung zur Verfügung gestellt. Mutter und Tochter sind schwer traumatisiert. Meine Kinder und ich haben in dieser Woche bereits Spielsachen und Kleidung gesammelt. Ich möchte dieser Familie zusätzlich noch mit Geld helfen und spende 50% aller Einnahmen der Herz-Artikel aus meinem Onlineshop im April. Du kannst mit deinem Kauf eines T-Shirts, Sweatshirts oder einer Tasche mit Herz diese Spende unterstützen. Mein Tipp: Das coole T- Shirt im verwaschenen “Used Vintage Look” in Lavendel. Durch die Waschung (Stückfärbung) ist jedes T-Shirt ein Unikat und macht es ganz besonders! Die Passform ist locker und eher eckig, ich empfehle dir deine normale Größe zu wählen. Vielleicht möchtest du das Shirt auch einem Lieblingsmenschen ins Osternest legen?

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Lebe, liebe und helfe, das sind drei Eigenschaften die ich für sehr wichtig halte und die gerade in diesen Wochen eine Navigationshilfe durch den Alltag sein können. Auf meinem ganz persönlichen Wunschzettel steht auch “wieder mehr lachen”. Und vielleicht kommen nach dem Blick in meinen Alltag auch bald wieder meine “5 Dinge, die mir Freude machen” auf dem Blog. Aber noch nicht im April. Vielleicht im Mai, dann feiern wir die Konfirmation meiner großen Tochter mit einem schönen Fest. Darauf freue ich mich jetzt schon.

♥-liche Grüße, Frau Krauss


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