Ein Blick // In meinen Alltag, 20. Mai 2021

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Es ist Donnerstagmorgen, 7.50 Uhr. Ich sitze in meinem kleinen Auto, den Sitz bis zum Anschlag zurück geschoben, den Laptop auf dem Schoß und arbeite. Das Auto steht in einer Seitenstraße der Schule unserer Töchter auf einem Parkplatz. Eigentlich bin ich hier weil ich auf das kleine Fräulein Krauss warte, sie schreibt seit 5 Minuten eine Mathearbeit. Da ihre Klassenhälfte durch den Wechselunterricht in dieser Woche von Zu Hause lernen muss, kann sie nur kurz für die Klassenarbeit in die Schule kommen. Die jeweiligen Klassenhälften sitzen getrennt in verschiedenen Räumen, dürfen sich nicht begegnen. Und da wir noch immer versuchen Kontakte zu minimieren, fahren unsere Töchter bis nach den Pfingstferien keine Straßenbahn. Das heißt das Eltern-Taxi übernimmt den Shuttle-Service zur Schule und zum Sport. Weniger Kontakte für die Familie heißt mehr Fahrdienste für Herrn Krauss und mich. Hoffentlich wird nach den Pfingstferien alles wieder besser und leichter. Unser magisches Datum ist der 7. Juni, ein Montag von dem wir hoffen wieder mehr Freiheiten leben zu dürfen und ein Stück mehr „alten“ Alltag zurück zu erobern. Vielleicht ist dann wieder Präsenzunterricht für die Kinder inklusive einem selbständigen Schulweg. Vielleicht kann sich Herr Krauss dann auch ein Zugticket buchen um einige Wochen später durchgeimpft in seine Firma nach Holland zu fahren. Vor über 8 Monaten war er das letzte Mal dort. Es wäre so eine Erleichterung für die ganze Familie. Wer hätte je gedacht, dass die vermeintlich alltäglichen Dinge mal das ganz große Glück bedeuten würden.

Jetzt dürfte Halbzeit in der Mathearbeit sein. Ich glaube, ich war aufgeregter als meine Tochter, war schon seit 5.30 Uhr wach weil ich Angst hatte wir hören die (vielen) Wecker nicht. Wochenlang gab es nicht den Druck morgens auch 100%ig um 7.15 Uhr das Haus zu verlassen. Die anderen Klassenarbeiten wurden erst später geschrieben. Es gibt Bundesländer, in denen müssen die Kinder (noch) keine Tests und Arbeiten schreiben. Das gefällt mir, entspricht mehr meinem Verständnis von Freude am Lernen, Spaß in der Schule und Kinderseelen ohne Druck in Zeiten der Pandemie. Persönlich empfinde ich es als sehr anstrengend die Kinder zu Hause auf die Klassenarbeiten vorzubereiten, mit ihnen zu prüfen wie gut sie in den letzten Monaten im Homeschooling den Lernstoff erarbeitet und gefestigt haben, gemeinsame die Lücken zu füllen und auch das Thema Konzentration und Schreiben mit Füller (kam viel zu kurz, da viel am Computer gearbeitet wurde) zu stärken. Wir haben das Glück unsere Töchter in den Klassen 5 und 7 unterstützen zu können. Wenn ich an die vielen Familien denke in denen diese Unterstützung nicht möglich ist, weil die Eltern außer Haus arbeiten müssen, fachlich nicht die Kenntnisse haben oder die Sprache kaum sprechen, macht mich das sehr traurig. All die Kinder in den Sommerferien nach einem Pandemie-Schuljahr mit Nachhilfe „zu belohnen“ kann nicht die Lösung unseres Bildungssystems sein.

Ich hole meinem Kind jetzt eine Butterbrezel beim Bäcker, dann fahren wir nach Hause. Ich gönne mir noch eine heiße Tasse Kaffee bevor ich weiter ins Büro fahre. Im Auto ist es doch etwas kalt geworden, 10 Grad sagt das Thermometer, ein paar Regentropfen fallen vom Himmel. Das kleine Fräulein Krauss arbeitet heute Vormittag noch ein paar Arbeitsblätter ab und hat eine Videokonferenz in Englisch mit der anderen Klassenhälfte, die in der Schule sitzt. Hoffentlich hat das bald ein Ende. Noch 2,5 Wochen bis zu unserem magischen Datum der Hoffnung, dem 7. Juni. Dann ist vielleicht auch endlich das Wetter schön und mit dem neuen, alten Alltag kommt auch der Sommer bei uns an.

Bis dahin, halten wir durch und tanken vom 28. Mai bis zum 6. Juni unsere Batterien auf. Das heißt wir machen mal so richtig frei, gehen alle offline und wollen keine Computer, Laptops, Tablets und Handys mehr sehen. Wie waren noch nie so fertig wie in diesen Tagen. Geht es dir auch so, hast du schon eine kleine Auszeit zu Erholung eingelegt? Falls du Lust auf noch mehr Einblicke in meinen Alltag hast, hier findest du die anderen Beiträge. Lass es dir gut gehen und ganz viel Amore, mit Liebe ist alles leichter!

♥-liche Grüße, Frau Krauss 

♥ Die Amore Postkarte und das gestreifte Kleid gibt es hier & hier in meinem Onlineshop. Viel Freude!


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