Gedanken aus meinem Blogger-Leben // Das Leben

Hallo 2019 und willkommen zurück auf dem Blog meine lieben LeserInnen! Ich hoffe ihr seid alle gut reingerutscht und habt euch im neuen Jahr schon “eingerichtet”. Seid ihr im Team #freejanuary, #cleaneating, #sporty oder #weiterso?

 

Ich mache gerade von allem etwas, denn mein oberstes Gebot ist: Spaß dabei zu haben und mich gut zu fühlen! Eigentlich sollte es hier auf dem Blog schon viel früher in diesem Jahr rund gehen, aber es wurde so fleißig im Winter Sale meines kleinen, feinen Onlineshops eingekauft, dass ich letzte Woche ausschließlich damit beschäftig war schöne Pakete für euch zu packen. Danke! Auch einen “Frühjahrsputz” in meinen technischen Systemen für Shop und Blog habe ich schon gestartet, genau so in meinem Warenlager und meinen Unterlagen. Alles frisch, sauber und ordentlich sortiert, dazu ein noch recht leerer Kalender auf meinem Schreibtisch, das fühlt sich gut an!

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So ein Jahresanfang ist ein guter Zeitpunkt nicht nur nach vorne zu schauen und Pläne zu schmieden sondern auch noch einmal über Vergangenes zu reflektieren. Mir ist zum Jahresende vor allem auf Instagram aufgefallen, dass sich immer mehr Menschen eine digitale Auszeit gegönnt haben und zwischen Weihnachten und Neujahr das Smartphone bei Seite gelegt haben. Ging mir ähnlich, auch wenn ich beruflich fast ausschließlich digital arbeite. Ich bin in unseren Weihnachtsferien tagelang nicht auf Instagram gewesen, hatte dann aber wieder ganz viel Lust Instagram-Stories von unserer Zeit in Hamburg zu machen.

 

Facebook schläft so langsam ein, gibt es noch jemanden unter 40 der auf Facebook aktiv postet? Pinterest finde ich nach wie vor großartig, doch nach der Weihnachtszeit war auch mein persönlicher Bedarf an Inspirationen erst einmal gedeckt. Alle Blogger, denen ich folge, sind wie ich in eine Weihnachtspause abgetaucht und alle haben das “echte Leben” in vollen Zügen genossen. Klingt schon komisch wenn man das so betonen muss: das echte Leben. Dabei kann ich mich noch so gut an die Zeit ohne Soziale Netzwerke, Smartphones, Netflix und Apps für jede Lebenslage erinnern und die ist noch gar nicht so lange her.

 

Im Studium waren wir unglaublich stolz auf unsere ersten Handys mit denen man  telefonieren, SMS schreiben und Snake spielen konnte. Und später, im ersten oder zweiten Job, war der größte Wunsch sich vom Gehalt dieses flache Motorola-Klapphandy “Razr” zu kaufen. Meines war schwarz, es gab das Handy aber auch noch in Gold mit Swarovski-Steinen darauf, das war damals richtig abgefahren. Konnte man damit schon Fotos machen? Ich weiß es nicht mehr. Und wie konnte ich zwei Jahre später nur die Tage, Wochen und Monate der Elternzeit mit meinen Kindern zu Hause verbringen ohne jede Gefühlslage, jeden Wachstumsschub, jeden Schnupfen und jedes Mittagessen auf Instagram zu dokumentieren und mir dafür Beifall von meiner Community zu holen, wie es die neuen Mamas heute machen? Langweilig war mir auf jeden Fall nicht, daran erinnere ich mich noch lebhaft. Es hat sich so unglaublich viel getan in den letzten paar Jahren in der digitalen Welt, auch beim Bloggen. 

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Mein erster Blog-Post im Februar 2013 bestand aus einem schlechten Bild, mit dem Smartphone geschossen, und zwei kurzen Sätzen. Warum auch immer hatte ich damals den Ansatz gewählt auf deutsch und englisch zu schreiben, was bei zwei Sätzen nicht sonderlich viel Arbeit war. Es gab noch nicht so viele Blogs und man las darum über die Landes- und Sprachgrenzen hinweg. Ich war großer Fan eines Lifestyle-/Family-Blogs aus Finnland, vielleicht darum die Idee der englischen Version, ich weiße es wirklich nicht mehr. Meine nächsten Posts waren ähnlich kurz und einfach um es liebevoll auszudrücken. Und doch war ich unglaublich stolz, fühlte mich kreativ und absolut am Puls der Zeit. Ich habe den Blog damals als kreativen Ausgleich zu meinem Job in der Marketingabteilung einer großen Firma gestartet. Die Texte wurden im Laufe der Jahre länger und besser, die Fotos professioneller, ich habe Verlinkungen eingebaut und auf die Suchmaschinenoptimierung geachtet. Es kamen die ersten Kooperationsanfragen und ich fühlte mich richtig gut. Das konnte nur bedeuten, dass ich so einiges richtig machte und gut darin war. 

 

Als ich 2015 mein „Herr und Frau Krauss Onlinshop“ gelauncht habe, ist mein Blog von seiner kostenlosen WordPress-Domain auf die Domain des Shops mit umgezogen. Es gab plötzlich Social Media Buttons zu meinen anderen Kanälen wie Pinterest und Facebook, dazu habe ich immer die neun aktuellsten Instagram-Bilder gezeigt. Es war schön lebhaft auf der Startseite. WordPress ist noch immer das Zuhause meines Blogs und darin fühle ich mich immer noch sehr wohl. Die letzten neun Instagram-Bilder zeige ich seit dem 25. Mai 2018 nicht mehr. Das war der Tag, an dem die DSGVO in Kraft getreten ist. Der Tag, der die Daten jedes einzelnen Menschen im Netz und im täglichen Leben sicherer machen sollte, der aber damit auch vieles trister und langweiliger gemacht hat und für jede Menge Bürokratie gesorgt hat. Und plötzlich geisterten überall Abmahnung durch die Welt. Darum haben wir zum Beispiel diese neun letzten Instagram-Bilder vom Blog entfernt um niemanden zu “verführen” direkt auf ein Instagram-Foto zu klicken und unbeabsichtigt in dieses Netzwerk gelinkt zu werden. Vielleicht war unsere Aktion übervorsichtig, aber besser als zu unvorsichtig. Niemand wusste was nach dem 25. Mai passiert und darum lieber mögliche Angriffsflächen für Abmahnungen vermeiden. 

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Dazu wurden fast zeitgleich erste Blogger mit sehr vielen Followern abgemahnt weil sie nicht ausreichende Kennzeichnung von Verlinkungen und damit Werbung praktiziert haben. Die Leser von Blogs und Posts in Sozialen Netzwerken wurde Mitte 2018 plötzlich als besonders unmündig erachtet. War die Verlinkung zu einem Produkt eine persönlich Empfehlung oder nur eine verdeckte, bezahlte Marketing-Aktion? Egal, für den Leser ist alles Werbung, egal ob bezahlt oder unbezahlt, darum muss alles gekennzeichnet werden. Erste Fälle wurden vor Gericht verhandelt, es es gab noch keine Präzedenzurteile. Und damit wurde eine Welle der Panik bei vielen Accounts ausgelöst, alle haben versucht rückwirkend ihre Fotos zu bearbeiten und mit Verlinkungen zu versehen. Ach ja, und dann gibt es da noch die immer neuen Algorithmen, die im Hintergrund aktiv sind und ständig überarbeitet werden. Instagram hat sich dadurch stark verändert, weil man als Follower nicht mehr wie früher chronologisch die neuesten Bilder angezeigt bekommt. Die Darstellung der Bilder orientiert sich am Benutzerverhalten: welche Interessen habe ich, welche Beziehungen pflege ich zu anderen Accounts und zu welcher Uhrzeit bin ich online. Seit wir umgezogen sind habe ich über 200 Follower auf meinem Instagram-Account “Herr und Frau Krauss” verloren. Liegt es daran, dass ich keine Interieur-Bilder mehr posten kann weil alle unsere Möbel eingelagert sind und unsere Übergangs-Wohnung alles andere als stylish ist? Oder hatte ich doch ganz viele Fake-Follower, die sich immer in Gruppen jeden Monat verabschieden? Oder bereinigen gerade ganz viele Menschen da draußen ihre “Folgen”-Listen? Das habe ich in meiner Weihnachtspause auch gemacht. Dafür habe ich auf meinem zweiten Instagram-Account für meinen Onlineshop einige Follower dazu gewonnen. Auf dem bin ich auch gerade viel aktiver, im Austausch mit meinen Kunden und habe Spaß daran fleißig Insta-Stories zu machen.

 

Ganz viel Spaß, Spontanität, Lockerheit und Entspanntheit ist damit diesen digitalen Medien abhanden gekommen. Werbung wegen Verlinkung, unbezahlte Werbung und viele weitere Kommentare leiten inzwischen fast alle Blog- und Instagram-Posts ein. Mal schauen was als nächstes kommt. Es gibt immer wieder neue Veränderungen, sei es bei den Trends in der Gesellschaft die sich in Sozialen Netzwerken spiegeln oder in der Gesetzgebung, die neue Wege einleitet. Ich bin gespannt welche neuen Kommunikationsplattformen und Medien in den nächsten 5 bis 10 Jahren entstehen werden, denn auch die Blogs steckten vor zehn Jahren noch in den Kinderschuhen und Instagram war noch nicht einmal geboren.

 

Auf ein wunderbares neues Jahr hier auf dem Blog und schön, dass ihr dabei seid!

 

♥-liche Grüße, Frau Krauss

 

 


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