Einfach mal den Kopf frei kriegen // Unser Osterfest

Unser Osterfest war einfach nur schön. Schön erholsam, schön langsam, schön ruhig, schön sonnig, schön lecker. Wir genießen immer noch die “ersten Feste” an denen wir nicht die Koffer für vier Personen packen, das Auto füllen und klammheimlich Geschenke für bevorstehende Feiertage hineinschmuggeln. Über 18 Jahre haben wir anlässlich großer Fester hunderte von Kilometern auf der Autobahn zurück gelegt. Jetzt gehen wir zu Fuß nur noch den kleinen Berg hinter uns hinauf.

Die Fräulein Krauss haben zu diesem Osterfest fleißig Ostereier mit der Oma gefärbt und beim Backen geholfen: Das traditionelle Osternest und eine leckere Rüblitorte mit Frischkäse-Frostig. Die Kinder genießen es sehr mal kurz bei den Großeltern vorbei zu schauen oder die andere Oma mit der Straßenbahn zu besuchen. Ganz alleine, pure Freiheitsgefühle für die Fräulein Krauss. Gemeinsame Zeit in regelmäßigen Dosen anstatt vollgepackte Wochenende alle paar Monate. Ich glaube es gefällt ihnen spontan auch mal ein paar Stunden Abstand von uns, den Eltern, zu haben. Und wir genießen die kleinen Auszeiten ebenfalls, können hier und da in Ruhe etwas für uns machen. Mein Wunsch für die Ostertage an mich selber war: einfach mal den Kopf frei kriegen, das Smartphone links liegen lassen und mein Buch zu Ende lesen.


Ich habe es tatsächlich geschafft. Das Smartphone blieb lautlos in der Tasche, ich habe es nur für einen morgendlichen Podcast am Ostersamstag im Bett heraus geholt. Kaffe in der Hand, Kopfhörer auf die Ohren und Füße unter die noch warme Decke, perfekte Me-Time. Wir sind viel spazieren gegangen, umgeben von grüner und blühender Natur im Sonnenschein, ist das Wellness pur für Augen und Ohren. Und mein Kopf durfte mal wieder abtauchen in die Geschichte eines Buches, sich ganz darauf einlassen, unterbrochen nur wenn ich selber keine Lust mehr hatte. Und am Ostermontagmorgen hatte ich es wirklich fertig gelesen.

Wir haben viel und gut gegessen, in der Abendsonne im Garten ein Glas kühlen Weißwein getrunken und sind draußen gesessen bis es uns zu kalt und langsam dämmrig wurde. Die Langsamkeit, die Natur und das süße Nichtstun waren genau die richtigen Zutaten um den Kopf mal wieder so richtig frei zu kriegen.

Frei vom Gedankenkarussell des Hausbaus und der Selbständigkeit, frei vom Hamsterrad des Alltags. Immer öfter stellen wir fest, dass weniger mehr ist. Seit September 2018 leben wir recht minimalistisch und spartanisch weil, wie den meisten wahrscheinlich schon bekannt, auf Grund unseres Hausbaus all unsere Möbel und Habseligkeiten 300 km von uns entfernt eingelagert sind. Wir teilen uns zu viert ein Zimmer und eine Wohnküche, dafür können wir fast gegenüber unserer Baustelle wohnen und müssen unseren Kindern keinen weiteren Umzug zumuten. Nur noch einmal die Straßenseite wechseln. Seit letztem Oktober trage ich die gleiche blaue Jacke, nur für richtig kalte Temperaturen gibt es noch einen dicken Mantel. Ich wechsle seit sieben Monaten zwischen zwei Paar Turnschuhen im Alltag, nur zum Joggen gibt es noch ein weiteres Paar. Bücher leihe ich mir aus oder verschenke meine nach dem Lesen weiter, da wir nur ein Regal haben, das hauptsächlich für die Sachen der Kinder genutzt wird. Mich hat wirklich der Ehrgeiz gepackt und ich möchte mir auch nichts mehr kaufen bis wir ins Haus einziehen. Das ist noch ein Monat, wenn alles gut läuft. Doof nur, wenn man dazwischen noch Geburtstag hat und alle fragen was man sich wünscht.

Zu diesem Osterfest wurden die Osternester für alle Kinder selber gemacht. Das große Fräulein Krauss hat mit der Oma aus Naturmaterialien wie Zweigen, Stroh und Moos die Nester gebastelt. Der Baum mit Gedichten ist übrigens auch eine schöne Idee für den bevorstehenden Muttertag! Einfach eine Schnur um den Baum wickeln und die von den Kindern gestalteten Blätter mit Holzklammern daran befestigen. Beim Malen und Gedichte abschreiben bekommt man den Kopf übrigens wunderbar frei!

♥-liche Grüße, Frau Krauss

Text & Fotos: Ann-Cathrin Krauß


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